07.01.2007 - "Oje, Oje, kein BHKW?"

p>„Es ist keine Schande nichts zu wissen, wohl aber nichts lernen zu wollen!“ Dieses Zitat passt wohl am besten zum Verhalten der Stadtverwaltung in Rüthen und der CDU hinsichtlich ihrem Umgang mit dem Problem eines holzbetriebenen BHKW.

Neben der BG als Initiator dieser Idee, hat sich offensichtlich einzig die Rüthener SPD eingehend mit diesem Thema auseinander gesetzt. Zwar bestehen noch Unstimmigkeiten über den Standort der Anlage, jedoch können diese durch eine professionelle Standortanalyse, die alle relevanten Aspekte berücksichtigt, sicherlich ausgeräumt werden. Am günstigsten Standort kann dann gebaut werden!

Die Fachpresse ist voll von Berichten über den Bau und den Betrieb von derartigen BHKW-Anlagen in Städten und Kommunen, der Umweltminister der Landes NRW Eckard Uhlenberg (CDU) weihte im Dezember 2006 eine derartige Anlage der Stadtwerke Düsseldorf in Arnsberg ein. Das hier zugrunde liegende Holzvergasungsverfahren aus England ist Berichten zu Folge dort seit dem Jahr 2000 im Einsatz und läuft heute in über einem Dutzend Anlagen mit mehr als 16 MW Gesamtleistung.

Der von der CDU als Autorität in dieser Frage zitierte Prof. Dr.-Ing. Reiner Numrich von der Uni Paderborn habe ja nur gesagt, dass er keine Anlage kenne, die mehr als 6000 Stunden im Jahr läuft. Ersten hat er damit nicht gesagt, dass es keine gibt, da er nicht alle kennen kann und zweitens behauptet der Prof. Dr. Belting von der Uni Münster, dass eine solche Anlage bereits nach 5000 Stunden wirtschaftlich betrieben wird.
Es wäre nun nichts einfacher als einen gemeinsamen Termin bei einer in Betrieb befindlichen Anlage zusammen mit den Autoritäten zu vereinbaren und dann Tacheles zu reden. Darüber hinaus kritisiert die CDU aber, dass bislang keine verlässlichen Fakten auf dem Tisch liegen, macht jedoch als alleinige Regierungspartei keine anstalten diese zusammentragen zu wollen, und tut dabei so, als ob es nicht ihre Aufgabe wäre dies anzustreben. Einfach peinlich!

Ganz egal welche Eigenschaften nun ein „normaler“ Esel auch zu haben scheint. Die Eigenschaften, die unser Beigeordneter Herr Köller ihm zutraut, treffen auf den Rüthener Esel ganz sicher nicht zu. Als Entschuldigung dafür, dass über 18 Monate so gut wie überhaut nichts in der Sache BHKW geschafft wurde, führt er anderen Prioritäten und gesetzliche Rahmenbedingungen ins Felde. Die Verwaltung hat sich hierbei offensichtlich nur mit denjenigen Wegen zu einem BHKW beschäftigt, die nicht gehen, statt nach Wegen zu suchen, die gehen könnten. Hier sind Contracting-Modelle, Gründung einer Kapitalgesellschaft oder die Schaffung von Rahmenbedingungen für private Investoren etc. zu nennen. In Warstein ist übrigens die Stadt an der Warsteiner Verbundgesellschaft beteiligt! Warum geht das da und nicht in Rüthen, Herr Köller? Es wäre auch ganz nett, lieber Herr Köller, wenn die Verwaltung die Prioritäten so setzte, dass sie sich zunächst mit Dingen beschäftigt, die Geld einbringen, statt mit Dingen die Geld kosten.

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